Epididymitis (Nebenhodenentzündung)

Eine der häufigsten Ursachen für Hodenschmerzen bei Männern
Epididymitis ist eine schmerzhafte Entzündung des Nebenhodens, eines kleinen Organs an der Rückseite des Hodens, das für die Speicherung und den Transport von Spermien zuständig ist. Diese Erkrankung betrifft vor allem Männer zwischen 20 und 40 Jahren, kann aber in jedem Alter auftreten.

Was ist eine Nebenhodenentzündung?

Der Nebenhoden ist ein längliches, stark aufgefaltetes Organ, das am oberen und hinteren Pol des Hodens liegt. Dort reifen die Spermien heran und werden gespeichert. Bei einer Epididymitis kommt es zu einer bakteriellen Entzündung dieses empfindlichen Bereichs – häufig ausgelöst durch aufsteigende Infektionen aus der Harnröhre oder Blase.

Häufige Ursachen einer Nebenhodenentzündung

  • Harnwegsinfekte, insbesondere bei älteren Männern mit Prostatabeschwerden
  • Sexuell übertragbare Infektionen (z. B. Chlamydien oder Gonorrhö) bei sexuell aktiven jüngeren Männern
  • Katheterisierung oder instrumentelle Eingriffe
  • Anatomische Besonderheiten wie eine Harnröhrenverengung

Symptome einer Nebenhodenentzündung

  • Plötzlicher, meist einseitiger Hodenschmerz
  • Schwellung, Rötung und Erwärmung des betroffenen Hodens
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder Ausfluss aus der Harnröhre

Diagnose einer Nebenhodenentzündung

Der Urologe tastet Hoden und Nebenhoden ab und kann oft schon durch die typische Schmerzlokalisation (meist im oberen Hodenpol) die Verdachtsdiagnose stellen. Zusätzlich werden Urinuntersuchungen, Abstriche und ein Hodensonografie (Ultraschall) durchgeführt, um z. B. eine Hodentorsion auszuschließen.

Behandlung einer Nebenhodenentzündung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache:

  • Antibiotika – je nach Erregerwahl oral oder intravenös
  • Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen)
  • Hochlagerung des Hodens, Kühlung, körperliche Schonung
  • In seltenen Fällen: chirurgischer Eingriff, z. B. bei Abszessbildung

FAQ - Zur Nebenhodenentzündung

Wie lange dauert eine Epididymitis?

In der Regel bessern sich die Beschwerden nach wenigen Tagen unter Therapie. Eine vollständige Ausheilung dauert meist 2–3 Wochen.

Ist die Erkrankung ansteckend?

Nur wenn sie durch sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydien verursacht wird – dann sollte auch derdie Sexualpartnerin mitbehandelt werden.

Kann eine Epididymitis unfruchtbar machen?

In seltenen Fällen ja – insbesondere bei beidseitigem Befall oder chronischem Verlauf. Deshalb ist eine rasche Behandlung wichtig.

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