Die Harnröhre ist der Kanal, durch den der Urin von der Blase nach außen transportiert wird. Bei einer Harnröhrenverengung kommt es zu einer Verengung dieses Kanals, meist durch Narbenbildung oder andere Schäden. Diese Verengung kann den normalen Urinfluss behindern, was zu Problemen wie Schmerzen beim Wasserlassen, stark reduziertem Urinstrahl und in schweren Fällen zu einer Blockade der Harnröhre führen kann.
Verletzungen: Unfälle, chirurgische Eingriffe oder das Einführen eines Katheters können die Harnröhre verletzen und Narbengewebe hinterlassen, das die Harnröhre verengt.
Infektionen: Chronische Harnwegsinfektionen, sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhö oder andere entzündliche Erkrankungen können zu Narbenbildung und Verengungen in der Harnröhre führen.
Kongenitale (angeborene) Ursachen: Manche Menschen haben bereits von Geburt an eine enge oder abnorme Harnröhre, was später zu Problemen führen kann.
Strahlentherapie: Bei Patienten, die aufgrund von Krebs oder anderen Erkrankungen eine Strahlentherapie im Beckenbereich erhalten haben, kann die Harnröhre durch das Gewebe geschädigt werden.
Andere Ursachen: Seltene Ursachen können Tumore, bestimmte Medikamente oder chronische Entzündungen sein.
In schweren Fällen kann es zu einer vollständigen Blockade der Harnröhre kommen, was einen medizinischen Notfall darstellt.
Anamnese: Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, der Krankengeschichte und möglichen Risikofaktoren.
Klinische Untersuchung: Eine Tastuntersuchung kann helfen, Anomalien zu erkennen.
Urethrogramm: Ein Kontrastmittel wird in die Harnröhre injiziert, um die Verengung unter Röntgenaufnahmen sichtbar zu machen.
Zystoskopie: Ein dünnes, flexibles Endoskop wird in die Harnröhre eingeführt, um die Verengung direkt zu betrachten.
Ultraschall: Ein Ultraschall kann helfen, begleitende Komplikationen wie Harnstau oder Blasenreste zu erkennen.
Die Behandlung einer Harnröhrenverengung hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und kann folgende Optionen umfassen:
Dehnung der Harnröhre: Bei leichteren Fällen kann die Harnröhre mithilfe eines Katheters gedehnt werden, um die Verengung zu lösen.
Urethrotomie: Ein chirurgischer Eingriff, bei dem die verengte Stelle aufgeschnitten wird, um die Harnröhre zu erweitern.
Urethroplastik: Bei schwereren Fällen kann das beschädigte Gewebe entfernt und durch gesundes Gewebe ersetzt werden.
Stents oder Katheter: In einigen Fällen kann ein Stent oder Katheter eingesetzt werden, um die Harnröhre offen zu halten.
Laserbehandlung: Ein Laser kann verwendet werden, um das narbige Gewebe in der Harnröhre zu entfernen und die Verengung zu beheben.
Behandlung von Infektionen: Bei einer Infektion, die zur Verengung führt, wird eine antibiotische Behandlung verordnet.
Wie kann ich feststellen, ob ich eine Harnröhrenverengung habe?
Wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben, einen schwachen Urinstrahl bemerken oder Schmerzen beim Wasserlassen verspüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Diese Symptome können auf eine Harnröhrenverengung hinweisen.
Kann eine Harnröhrenverengung von selbst heilen?
In den meisten Fällen heilt eine Harnröhrenverengung nicht von selbst und benötigt eine medizinische Behandlung. Wenn sie unbehandelt bleibt, kann sie sich verschlimmern und zu weiteren Komplikationen führen.
Ist eine Operation notwendig?
Nicht immer. In vielen Fällen kann eine Harnröhrenverengung mit minimal-invasiven Methoden behandelt werden. Bei schweren oder wiederkehrenden Verengungen kann jedoch eine Operation erforderlich sein.
Was passiert, wenn die Verengung unbehandelt bleibt?
Unbehandelt kann eine Harnröhrenverengung zu chronischen Harnwegsinfektionen, Harnstau oder sogar zu einer vollständigen Blockade der Blase führen, was in einigen Fällen zu Nierenschäden führen kann.
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