Prostatakrebs - Was Sie wissen sollten

Prostatakrebs entwickelt sich oft still und unbemerkt – wer früh handelt, kann Risiken deutlich senken und seine Gesundheit aktiv schützen.
Das Thema Prostatakrebs ist für viele Männer mit Unsicherheit oder Angst verbunden – und das völlig verständlich. Ich möchte Ihnen hier in ruhigen Worten erklären, was Prostatakrebs bedeutet, wie er erkannt wird, und welche Wege es gibt, um ihn erfolgreich zu behandeln.

Dr. med. Daniel Seiler

15. Januar 2026

Was ist die Prostata – und was passiert bei Prostatakrebs?

Die Prostata ist eine kleine Drüse, etwa so groß wie eine Walnuss. Sie liegt direkt unter der Harnblase und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. 

Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Organ – manchmal harmlos (wie bei der gutartigen Vergrößerung), manchmal jedoch in Form eines bösartigen Tumors, also Prostatakrebs. 

Die gute Nachricht: Wird der Tumor früh erkannt, sind die Heilungschancen außerordentlich gut.

Warum entsteht Prostatakrebs?

Das lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Es gibt aber einige Dinge, die das Risiko erhöhen können:

  • Mit steigendem Alter nimmt das Risiko deutlich zu.
  • Wenn Vater oder Bruder erkrankt sind, ist das eigene Risiko höher.
  • Bestimmte genetische Veränderungen (z. B. BRCA1/2) können mitbeteiligt sein.

Welche Symptome sollten Sie ernst nehmen?

Prostatakrebs macht in den frühen Stadien meist keine Symptome. Viele Männer merken lange Zeit nichts – genau das macht die Erkrankung so heimtückisch. Erst wenn der Tumor weiter fortgeschritten ist, können mögliche Anzeichen auftreten, zum Beispiel:

  • Probleme beim Wasserlassen (schwacher Harnstrahl, häufiges oder nächtliches Wasserlassen)
  • Blut im Urin oder Sperma
  • Schmerzen im Beckenbereich oder in der Wirbelsäule
  • Ungewollter Gewichtsverlust oder allgemeines Krankheitsgefühl

Da diese Symptome oft erst spät auftreten, ist es nicht möglich, Prostatakrebs allein anhand von Beschwerden frühzeitig zu erkennen. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig: Nur ein regelmäßiger Check beim Urologen kann den Krebs frühzeitig entdecken, lange bevor er Beschwerden verursacht.

Wie läuft die Früherkennung ab?

Ich sage meinen Patienten immer: „Lieber einmal zu früh untersuchen als einmal zu spät.“

Ich empfehle Männern ab dem 45. Lebensjahr (bei familiärer Belastung ab 40) regelmässig zur Vorsorge zu kommen. Zur Früherkennung stehen uns mehrere einfache, aber effektive Methoden zur Verfügung:

  1. Besprechung der  Anamnese
  2. PSA-Test: Ein Bluttest misst das „Prostata-spezifische Antigen“. Ein erhöhter Wert kann ein Hinweis auf Krebs sein, muss aber nicht.
  3. Bildgebung (z. B. MRT): Wenn Werte auffällig sind, kann ein MRT helfen, verdächtige Bereiche genauer zu beurteilen.
  4. Biopsie: Nur eine Gewebeprobe kann die Diagnose wirklich sichern.
Zur Vorsorgeuntersuchung

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie hängt immer von der Tumorart, dem Stadium und natürlich auch von Ihnen selbst ab – Ihrem Alter, Ihren Wünschen, Ihrem Gesundheitszustand.

  1. Beobachten („Active Surveillance“)
    Wenn der Tumor sehr langsam wächst und keine Beschwerden macht, reicht es manchmal, ihn nur regelmäßig zu kontrollieren. Wir behalten alles genau im Blick – ohne sofort einzugreifen.

  2. Operation (Prostatektomie)
    Bei einer Operation entfernen wir die Prostata vollständig. Heute geschieht das häufig minimal-invasiv oder sogar robotergestützt (z. B. mit dem Da-Vinci-System). Ziel ist immer: den Tumor vollständig zu entfernen, aber gleichzeitig die Kontinenz und Potenz so gut wie möglich zu erhalten.

  3. Strahlentherapie
    Eine ebenso wirksame Alternative – besonders bei lokal begrenztem Krebs. Hierbei werden die Tumorzellen gezielt bestrahlt und zerstört.

  4. Hormon- oder Chemotherapie
    Wenn der Krebs bereits gestreut hat, kann das Wachstum durch Hormonblockade oder Chemotherapie gebremst werden.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Viele meiner Patienten leben nach erfolgreicher Behandlung über viele Jahre krebsfrei. Wichtig ist die regelmäßige Nachsorge – um frühzeitig zu erkennen, wenn sich etwas verändert. 

Darüber hinaus sprechen wir auch über Themen, die oft verschwiegen werden, etwa Erektionsstörungen oder Harninkontinenz. Beides ist nichts, wofür man sich schämen muss – es gibt heute sehr gute Therapien, um Lebensqualität zurückzugewinnen.

Häufige Fragen, die mir Patienten stellen

Ist Prostatakrebs heilbar?
Ja. Wird er früh erkannt, können wir ihn in den meisten Fällen vollständig heilen.

Was bedeutet ein erhöhter PSA-Wert?
Er ist ein Hinweis, kein Beweis. Auch Entzündungen oder gutartige Vergrößerungen könnenden Wert erhöhen.

Verliere ich nach der Operation meine Potenz?
Nicht zwangsläufig. Bei nervschonenden Verfahren bleibt die Erektionsfähigkeit oft erhalten – oder sie kann mit etwas Geduld und Unterstützung wiederkommen.

Wie oft sollte ich zur Kontrolle kommen?
Nach der Behandlung regelmäßig alle drei bis sechs Monate – je nach Befund. Zur Vorsorge empfehle ich: einmal im Jahr.

Sprechstunde Prostatakrebs

Prostatakrebs ist ein Thema, das Respekt verdient – aber keine Angst. Je früher wir ihn entdecken, desto größer sind die Heilungschancen.

Wenn Sie Fragen haben oder sich unsicher fühlen: Sprechen Sie mich an. Ein kurzer Termin kann Ihnen viel Sorge ersparen – und vielleicht Ihr Leben retten.

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