Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Wenn Vorsorge Leben rettet
Prostatakrebs entwickelt sich meist langsam und bleibt im Frühstadium oft unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die besten Heilungschancen zu sichern. In unserer Praxis setzen wir auf moderne Untersuchungsmethoden zur Früherkennung und eine individuelle Beratung zu allen Therapieoptionen – von aktiver Überwachung bis hin zur operativen Behandlung.

Ursachen & Risikofaktoren

Prostatakrebs entsteht meist langsam und unbemerkt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Alter: Risiko steigt ab 50 Jahren deutlich.
  • Familiäre Vorbelastung: Väter oder Brüder mit Prostatakrebs erhöhen das Risiko.
  • Genetische Faktoren: Mutationen wie BRCA1/2 oder HOXB13.
  • Lebensstil: Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel.
  • Ethnische Unterschiede: In der Schweiz nur bedingt relevant, aber international nachgewiesen.

Früherkennung & Vorsorge

Viele Prostatakrebserkrankungen verursachen lange keine Beschwerden. Deshalb ist regelmäßige Vorsorge so wichtig: Sie ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Tumoren, erhöht die Behandlungschancen, reduziert Komplikationen und gibt Patienten Sicherheit und Klarheit über ihre Gesundheit.

Ablauf einer Vorsorgeuntersuchung beim Mann

Diagnose & Untersuchungen – Schritt für Schritt

Schritt 1: PSA-Bluttest

Wann: Bei Vorsorgeuntersuchungen ab 45 Jahren (oder früher bei Risikofaktoren).
Zweck: PSA (prostataspezifisches Antigen) im Blut gibt Hinweise auf mögliche Veränderungen.
Interpretation: Ein einmalig erhöhter Wert ist kein direkter Krebsnachweis. Wichtig ist der Verlauf über Zeit sowie das Verhältnis zu Alter und Prostatagröße.
Handlung: Bei leicht erhöhtem PSA → Wiederholung nach 6–12 Wochen, Ausschluss von Entzündungen oder mechanischer Reizung.

Schritt 2: Digitale rektale Untersuchung (DRU)

Wann: Begleitend zum PSA-Test oder bei auffälligem PSA/Verlauf.
Zweck: Tastuntersuchung zur Beurteilung von Größe, Konsistenz und Knoten in der Prostata.
Bedeutung: Manche Tumoren sind tastbar, andere nicht – daher ergänzend zum PSA.

Schritt 3: Bildgebung (MRT der Prostata)

Wann: Bei erhöhtem PSA oder auffälliger DRU, bevor eine Biopsie durchgeführt wird.
Zweck: Präzise Darstellung der Prostata, Lokalisierung verdächtiger Bereiche.
Vorteil: Ermöglicht gezielte Biopsien, reduziert unnötige Punktionen, verbessert die Genauigkeit der Diagnose.

Schritt 4: Prostata-Biopsie

Wann: Bei auffälligen Befunden im PSA-Verlauf oder MRT.
Ablauf: Gewebeproben werden systematisch oder gezielt aus verdächtigen Arealen entnommen (transrektal oder transperineal).
Auswertung: Histologische Untersuchung liefert Gleason-/ISUP-Score – entscheidend für die Beurteilung der Aggressivität.
Risiken: Blut im Urin/Samen, selten Infektionen; Antibiotika und sorgfältige Vorbereitung minimieren Komplikationen.

Schritt 5: Therapieentscheidung

Wann: Nach vollständiger Diagnostik (PSA-Verlauf, DRU, Bildgebung, Biopsie).
Zweck: Individuelle Therapieplanung abhängig von Tumorstadium, Aggressivität, Alter und Begleiterkrankungen.

Nachsorge & Leben mit Prostatakrebs

Nach der Behandlung ist eine kontinuierliche Kontrolle entscheidend:

  • Regelmäßige PSA-Kontrollen
  • Rückfallüberwachung
  • Umgang mit Nebenwirkungen (Inkontinenz, erektile Dysfunktion)
  • Psychologische Unterstützung und Selbsthilfegruppen
  • Lebensstil: Ernährung, Bewegung, Prävention weiterer Erkrankungen

Behandlungsmöglichkeiten von Prostatakrebs

Je nach Tumorstadium, Alter und Allgemeinzustand des Patienten stehen mehrere Behandlungswege zur Verfügung:

Aktive Überwachung (Active Surveillance)

  • Geeignet bei langsam wachsenden Tumoren ohne Symptome.
  • Regelmäßige Kontrollen: PSA-Wert, Tastuntersuchung, Bildgebung, ggf. Biopsie.

Strahlentherapie

  • Extern (per Linearbeschleuniger) oder intern (Brachytherapie).
  • Ziel: Zerstörung der Krebszellen unter Erhalt der Prostata.

Hormontherapie

  • Senkung des Testosteronspiegels, um das Tumorwachstum zu hemmen.
  • Einsatz meist bei fortgeschritteneren Fällen.

Radikale Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata)

  • Häufig empfohlen bei lokal begrenztem Krebs und guter Lebenserwartung.
  • Ziel: vollständige Entfernung des Tumors.

Die radikale Prostatektomie 

Bei der radikalen Prostatektomie wird die gesamte Prostata entfernt. Der Eingriff erfolgt selten offen (per Bauchschnitt) oder minimal-invasiv (laparoskopisch oder roboterassistiert, z. B. mit dem DaVinci®-System).

OP Dauer: ca. 3 Stunden.

Aufenthaltsdauer im Spital: 5 Tage

Urinkatheter: meist für 5–7  Tage

Vorteile

Hohe Heilungschance bei frühzeitigem Befund

Gezielte Entfernung des Tumorgewebes

Mögliche Nebenwirkungen

Vorübergehende oder dauerhafte Inkontinenz

Erektionsstörungen

Mehr Infos zumDaVinci®-Operationssystem

FAQ - Zu Prostatakrebs

Wie erkenne ich Prostatakrebs?

Frühe Stadien verursachen meist keine Symptome. Warnzeichen in späteren Stadien können häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen oder Schmerzen beim Wasserlassen sein.

Wie sicher ist der PSA-Test?

Der PSA-Test ist ein wichtiger Hinweisgeber, aber kein absoluter Beweis für Krebs. Er wird immer zusammen mit anderen Befunden bewertet.

Ist Prostatakrebs heilbar?

Ja – vor allem im Frühstadium liegen die Heilungschancen bei über 90 %.

Muss ich mich operieren lassen?

Nicht zwangsläufig. Die Entscheidung hängt von Tumorstadium, Alter und Wunsch des Patienten ab. Oft ist auch eine strahlentherapeutische oder abwartende Therapie möglich.

Wie lange bin ich nach der Operation arbeitsunfähig?

In der Regel 4–6 Wochen, je nach körperlicher Belastung im Beruf.

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