Prostatitis (Prostataentzündung)

Wenn die Prostata gereizt ist
Etwa 10–15 % aller Männer sind irgendwann in ihrem Leben von dieser Erkrankung betroffen. Es gibt verschiedene Arten von Prostatitis, darunter akute bakterielle, chronische bakterielle, chronische nicht-bakterielle und asymptomatische entzündliche Prostatitis.

Ursachen der Prostataentzündung

Je nach Form unterscheidet man:

Akute bakterielle Prostatitis

– Ausgelöst durch Bakterien, meist durch aufsteigende Harnwegsinfektionen.

Chronische bakterielle Prostatitis

– Wiederkehrende Infektionen mit denselben Erregern.

Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CPPS)

– Die häufigste Form. Keine Bakterien nachweisbar, jedoch chronische Schmerzen und Beschwerden.

Asymptomatische Prostatitis

– Keine Beschwerden, wird zufällig bei anderen Untersuchungen entdeckt.

Typische Symptome einer Prostataentzündung

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger und plötzlicher Harndrang
  • Schmerzen im Unterbauch, Damm oder unteren Rücken
  • Schmerzen beim oder nach dem Samenerguss
  • Erektionsstörungen
  • Fieber (bei akuter Form)

Wie wird die Diagnose einer Prostataentzündung gestellt?

  • Anamnese: Beschwerden, Verlauf, Sexualverhalten
  • Untersuchung der Prostata (rektale Tastuntersuchung)
  • Urinanalyse: Nachweis von Bakterien oder Entzündungszellen
  • Blutuntersuchung, ggf. PSA-Wert
  • Ultraschall: zur Beurteilung von Prostata, Blase und Harnröhre
  • Prostata-Massage zur Gewinnung von Prostatasekret (bei chronischer Form)

Wie wird Prostataentzündung behandelt?

Akute bakterielle Prostatitis:

→ Antibiotika (typischerweise 2–4 Wochen), Schmerzmittel, Flüssigkeitszufuhr; bei schwerem Verlauf Krankenhausaufenthalt

Chronische bakterielle Prostatitis:

→ Langzeit-Antibiotika (mindestens 4–6 Wochen), ggf. kombiniert mit Alphablockern

Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CPPS):

→ Multimodale Therapie: Medikamente, Physiotherapie, Stressmanagement

→ Mögliche Medikamente: Alphablocker, Entzündungshemmer, pflanzliche Heilmittel (z. B. Kürbiskerne, Sägepalme)

FAQ –  Zur Prostataentzündung

Wie lange dauert eine Prostatitis?

Die akute Form bessert sich oft nach wenigen Tagen mit Antibiotika. Die chronische Form kann jedoch über Wochen oder Monate anhalten.

Ist Prostatitis ansteckend?

Die bakterielle Form kann bei sexueller Übertragung von Erregern potenziell ansteckend sein. Kondome reduzieren das Risiko.

Kann Prostatitis Unfruchtbarkeit verursachen?

Chronische Entzündungen können die Spermienqualität beeinflussen, sind aber selten alleinige Ursache für Unfruchtbarkeit.

Kann Prostatitis Krebs verursachen?

Nein. Eine Entzündung erhöht nicht das Risiko für Prostatakrebs, kann jedoch den PSA-Wert vorübergehend erhöhen.

Wann sollte ich zum Arzt?

Bei anhaltenden Schmerzen, Fieber, Problemen beim Wasserlassen oder sexuellen Beschwerden ist eine urologische Abklärung wichtig.

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