Was tun bei Erektionsstörungen?

Hand aufs Herz: Es gibt Themen, über die spricht man ungern. Erektionsstörungen gehören für viele Männer dazu.
Erektionsstörungen – medizinisch als erektile Dysfunktion bezeichnet – gehören zu den häufigsten urologischen Beschwerden bei Männern. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen sind sie heute sehr gut behandelbar.

Dr. med. Daniel Seiler

29. Juni 2026

Vielleicht ist es nur Stress…

Viele Männer kennen diese Situation: Einmal klappt es nicht wie gewohnt – und sofort beginnt das Grübeln.

War es nur Stress? Bin ich einfach müde? Oder steckt mehr dahinter?

Häufige körperliche Ursachen

  • Durchblutungsstörungen (vaskuläre Ursache)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • erhöhte Blutfette (Cholesterin)
  • hormonelle Störungen (z. B. Testosteronmangel)
  • neurologische Erkrankungen

Medikamentöse Ursachen

  • Antidepressiva (SSRI)
  • blutdrucksenkende Medikamente
  • bestimmte Beruhigungsmittel

Psychische Faktoren

  • Stress und Leistungsdruck
  • Angst vor erneutem Versagen
  • Partnerschaftskonflikte
  • Depressionen

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten von Erektionsstörungen

Die Therapie der erektilen Dysfunktion ist heute sehr effektiv und individuell anpassbar. Im Zentrum stehen sogenannte PDE-5-Hemmer, die die Durchblutung im Penis verbessern.

Folgende Wirkstoffe werden am häufigsten eingesetzt:

  • Sildenafil (z. B. Viagra, Generika) - Wirkung nach ca. 30–60 Minuten, Wirkdauer etwa 4–6 Stunden
  • Tadalafil (z. B. Cialis, Generika) - Wirkdauer bis zu 36 Stunden („Wochenend-Tablette“), auch als tägliche Niedrigdosis (2.5–5 mg) geeignet
  • Vardenafil (z. B. Levitra) - ähnlich wie Sildenafil, teilweise etwas schnellerer Wirkungseintritt
  • Avanafil (z. B. Spedra), schneller Wirkungseintritt (teilweise nach 15–30 Minuten)

Erektionsstörungen als Frühwarnzeichen

Erektionsstörungen können ein frühes Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Die Blutgefässe im Penis sind besonders fein. Dadurch zeigen sich Durchblutungsstörungen oft früher als z. B. Herzprobleme. Eine urologische Abklärung kann daher helfen, nicht nur die Sexualfunktion zu verbessern, sondern auch relevante Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Die Abklärung in der Urologie erfolgt strukturiert und individuell:

  • ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese)
  • körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchungen (Testosteron, Blutzucker, Blutfette)
  • bei Bedarf Gefässdiagnostik (z. B. Doppler-Ultraschall)

Ziel ist es, die Ursache zu finden und gezielt zu behandeln.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Wenn Erektionsstörungen häufiger auftreten oder Sie Veränderungen bemerken, lohnt sich eine medizinische Abklärung.

Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lassen sich sowohl die Erektionsfähigkeit als auch mögliche zugrunde liegende Risikofaktoren behandeln.

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